Die Amphibienwanderung beginnt sehr früh in diesem Jahr

Zuständige Behörden in der Pflicht

Erdkröte (GB)
Erdkröte (GB)

Seit mehr als 30 Jahren baut die Natur- und Umwelthilfe Goslar e. V. an der B 241 auf Höhe des Krähenholzes zweimal jährlich den Amphibienzaun auf und ab. Es gab bereits in der jüngeren Vergangenheit mehrfach Probleme, diese Arbeitseinsätze mit ehrenamtlichen Helfern zu organisieren. Die sehr früh einsetzende Amphibienwanderung in diesem Jahr führte nun dazu, dass ein einziges Vereinsmitglied in einer Notmaßnahme, bei heftigem Sturm, den mobilen Amphibienzaun aufgebaut hat. So konnte der Zaun lediglich auf 50 m verkürzt aufgebaut werden.

Amphibienschutzzaun Richtung südwest (RS)
Amphibienschutzzaun Richtung südwest (RS)

 

Gerade an dieser Stelle ist bereits seit Jahren ein erheblicher Individuenrückgang bei den Amphibien festzustellen. Im Prinzip geht es hier um nichts weniger als die Rettung der dortigen Amphibienpopulation. Das mag sich nach Alarmismus anhören, ist aber schlichte Tatsache. Die ehrenamtlichen Naturschutzvereine kommen, wie beschrieben, zunehmend an personelle, organisatorische und auch materielle Grenzen. Fakt ist, dass in Zukunft an immer mehr Stellen im Landkreis das ehrenamtliche Engagement auf diesem Gebiet zwangsläufig nachlassen wird.

Die vorhandene, kurze Dauer-Leiteinrichtung (s. Text, RS)
Die vorhandene, kurze Dauer-Leiteinrichtung (s. Text, RS)

Unter diesen Prämissen wird es nach Auffassung der Natur- und Umwelthilfe Goslar höchste Zeit, dass sich die zuständigen Behörden ihrer Verantwortung bewusst werden. Gemeint ist der Straßenbaulastträger, der Niedersächsische Landesbetrieb für Straßenbau und Verkehr in Goslar und die untere Naturschutzbehörde des Landkreises Goslar. Konkret heißt das für die B 241, Höhe Krähenholz: Bau einer permanenten Leiteinrichtung für Amphibien an der straßenseitigen Böschung des Straßengraben auf einer Länge von ca. 130 m, wie sie auf knapp 20m Länge bereits vorhanden ist (vgl. Foto). 30 m nordöstlich des vorhandenen Bachdurchlasses und 100 m südwestlich bis zum vorhandenen Amphibiendurchlass würden als dauerhafte Zaunanlage ausreichen. Diese einfache und vergleichsweise preiswerte Lösung (geschätzt werden die Kosten auf ca. 10.000 €) würde die Amphibienpopulationen ggf. noch retten.

Nun mag man einwenden, dass ein derartiger Aufwand für wenige hundert Tiere einfach zu teuer sei. Es sei daher angemerkt, dass Amphibienpopulationen mittlerweile bundesweit, ja weltweit extrem zurückgehen. Insofern machen sie beim Artensterben absolut keine Ausnahme, ganz im Gegenteil. Wir Menschen haben mit unseren Straßen an sehr vielen Stellen ihre Sommerlebensräume von den Fortpflanzungsgewässern getrennt. Der ehrenamtliche Naturschutz stellt stellt sich dieser Verantwortung seit Jahrzehnten. Es ist an der Zeit, dass auch die zuständigen Behörden dies tun.

 

Fotos: Archiv Rainer Schlicht (RS), Archiv Gerwin Bärecke (GB)

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