Weitere Brände im Harz verhindern

Feuerwehr, Landesforsten und Nationalpark geben Hinweise zur Waldbrandprävention

Heute morgen gab es einen erneuten kleinen Brand am Brocken. Am Goethebahnhof hatten illegale Camper ein Lagerfeuer angezündet, das sie nicht richtig löschten. Bei aufsteigender Wärme wurde das Feuer am Morgen wieder entfacht. Erste Wanderer haben es über die Nummer 112 gemeldet, sodass schnell gelöscht werden konnte. Aus diesem erneuten Anlass sei allen Bürgerinnen und Bürgern ganz herzlich gedankt, die bisher schon mehrfach solche kleinen Brände gemeldet haben. Ohne diese engagierte Hilfe hätten sich jetzt bereits mehrfach größere Brandkatastrophen entwickeln können.

 

Vor dem Hintergrund der großen Waldbrandgefahr hatten sich gestern auf Anregung der Stadt Herzberg am Harz Vertreter des Nationalparks Harz und der Niedersächsischen Landesforsten getroffen und die anhaltend hohe Waldbrandgefahr im Harz erörtert. Dietmar Sohns vertrat – auch als stellvertretender Kreiswaldbrandbeauftragter des Landkreises Göttingen – die Landesforsten, für den Nationalpark war die Fachbereichsleiterin für Waldentwicklung Sabine Bauling vertreten. Weiterhin nahmen August Bock für die Nationalparkwacht in Niedersachsen und die Nationalpark-Revierleiter Henning Ohmes und Jens Hundertmark teil. Ziel der Beratung war der Informationsaustausch und die Abstimmung von Maßnahmen zur Waldbrandprävention und -bekämpfung. Aufgrund der aktuell sehr hohen Waldbrandgefahrenlage erinnern die Verantwortlichen an folgende Präventionsmaßnahmen zur Verhütung von Waldbränden:

 

  1. Information der Öffentlichkeit über die Waldbrandgefahrenlage, die aktuell als „hoch bis sehr hoch“ eingestuft wird.
  2. Alle Waldbesucher werden gebeten, besonders aufmerksam bei Anzeichen für Feuer zu sein! Feuer, Brandgeruch und Rauchentwicklung sollen unverzüglich unter 112 der Rettungsleitstelle gemeldet werden. Hilfreich ist die Nennung des nächstliegenden Notfallrettungspunktes. Bei der Bekämpfung von Waldbränden ist schnelles Eingreifen bereits bei der Entstehung von Bränden besonders wichtig.           
  3. Bei Besuchen im Wald sind alle Arten von Feuer strengstens verboten! Fast alle Waldbrände werden durch Menschen verursacht! Als besonders häufige Brandursachen gelten Rauchen im Wald, Lagerfeuer, Grillen (besonders gefährlich sind Einmalgrills) und das Abstellen von Fahrzeugen über Grasflächen.
  4. Waldeingänge nicht zuparken, sie sind die Einfahrten für notwendige Rettungseinsätze!
  5. An besonderen Schwerpunkten im Nationalpark Harz und angrenzenden Bereichen informieren Ranger Waldbesucher vor Ort und leiten erforderliche Maßnahmen ein.
  6. Segelflieger werden um aktive Mithilfe bei der Erkennung, Lokalisierung und Meldung von Waldbränden unter 112 gebeten!
Foto: Ausgetrocknetes Moor bei Torfhaus. Foto: Hullen, Nationalpark Harz.
Foto: Ausgetrocknetes Moor bei Torfhaus. Foto: Hullen, Nationalpark Harz.

Wie angespannt die Situation im Wald ist, zeigen die Messwerte vom 26.7.2018 um 12.30 Uhr von den Klimastationen der Waldforschungsflächen im Nationalpark Harz:
 
Station Meinekenberg bei Ilsenburg              Lufttemperatur                          38,1 °C
640 m über NHN                                               Bodenoberfläche                       28,6 °C
                                                                          20 cm unter Bodenoberfläche   15.1 °C


Station Bruchberg                                              Lufttemperatur                         35,1 °C
795 m über NHN                                             Bodenoberfläche                        26,5 °C
                                                                           20 cm unter Bodenoberfläche  13,7 °C


Station Mittelberg bei Lonau                         Lufttemperatur                           39,0 °C
590 m über NN                                                 Bodenoberfläche                       30,1 °C
                                                                           20 cm unter Bodenoberfläche  14,0 °C

Böiger Wind beschleunigt weiterhin die Austrocknung von Boden und Vegetation.

 

 

Quelle:

Dr. Friedhart Knolle, Nationalpark Harz

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Tel. 03943/5502-32 & 0170/22 09 174

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