Vögel / Nistkasten

NABU: Jetzt Nistkasten-Planung für 2019 beginnen

Damit Meise, Star und Rotschwanz ein Heim finden / Materialien beim NABU erhältlich

 

Salzgitter / Goslar – Blaumeise, Kohlmeise, Star, vielleicht sogar Rotkehlchen, Zaunkönig und Rotschwanz – wer hätte sie nicht gerne in seinem Garten? Immer mehr Menschen entdecken die Möglichkeiten, durch die Anbringung von Nistkästen Brutmöglichkeiten im naturnahen Garten zu schaffen, berichtet der NABU. Grund genug für die erfreuten Naturschützer, über die Planungen für das kommende Jahr nachzudenken, was den ‚sozialen Wohnungsbau für Gefiederte‘ betrifft: „Gärten sind in unserer ausgeräumten und vielerorts versiegelten Landschaft immer öfter kleine Archen“, berichtet Marlies Gräwe, Leiterin der NABU-Regionalgeschäftsstelle Südost-Niedersachsen, „in denen für viele Menschen überraschend viele Vogelarten eine Heimat finden können.“

Dazu gehören, so Gräwe, Nisthilfen aller Art. Aber: „Selbst eingefleischte Naturfreunde kennen oft nur die gängigen Meisenkästen. Nistkästen für Stare, dem Vogel des Jahres 2018, sind vielen mittlerweile unbekannt. Ebenso Halbhöhlen für Rotschwanz, Bachstelze und Grauschnäpper oder gar Nistkästen für Kleiber und Baumläufer“, berichtet die NABU-Regionalgeschäftsstellenleiterin, „dabei ist es so einfach, in einem naturnahen Garten Nisthilfen zu schaffen. Jetzt ist Zeit dazu – ausreichend lange vor dem nächsten Frühjahr.“ Künstliche Nisthilfen sind da sinnvoll, wo Naturhöhlen fehlen, weil alte und morsche Bäume nicht mehr vorhanden sind, oder weil an Gebäuden geeignete Brutnischen fehlen.

Zudem macht das Bauen von Nistkästen einfach Spaß und eignet sich darum auch hervorragend, um Kinder und Jugendliche mit Tieren und deren Lebensweise vertraut zu machen. Ein voll ausgebuchter Nistkasten ist allerdings nur dann zu erwarten, wenn der Garten naturnah gestaltet ist und die Vögel entsprechend Nahrung finden.

Der NABU gibt daher Tipps in seiner 30-seitigen Bauplansammlung für Nisthilfen und seiner Farbbroschüre „Vögel im Garten“. Das Gute - zusätzlich zur Brutraumschaffung: „Wenn Nistkästen jetzt gebaut und bald aufgehängt werden, können sie auswittern und dienen den Vögeln in bitterkalten Winternächten als Schlafquartiere.“

Die Nistkasten-Infos können angefordert werden gegen Einsendung eines Fünf-Euro-Scheins beim NABU. Stichwort „Nistkästen“, Adresse: NABU-Regionalgeschäftsstelle, c/o AWiSTA Fredenberg, Kurt-Schumacher-Ring 4, 38228 Salzgitter. Mittwochs zwischen 15 und 17 Uhr können die Informationen auch im NABU-Büro persönlich abgeholt werden.

Bei Fragen können Sie sich an die

NABU-Regionalgeschäftsstelle Südost-Niedersachsen unter Tel.: 05341 90277-16 oder die

NABU Kreisgruppe Goslar e. V., in Goslar, in der Petersilienstr. 23, Telefon: 05321/469 3682

wenden.

Wer Spaß und Freude an der Beobachtung von Wintervögeln hat, seine Artenkenntnis auffrischen, sich an einer wissenschaftlichen Datenerhebung beteiligen möchte oder den Vögeln einen Futterplatz bieten möchte, dem empfiehlt der NABU, sich bereits den Termin der kommenden Stunde der Wintervögel 2019 zu notieren. Die neunte bundesweite Mitmachaktion „Stunde der Wintervögel“ findet vom 4. bis 6. Januar 2019 statt: Der NABU und die Naturschutzjugend NAJU rufen Naturfreunde auf, eine Stunde lang die Vögel am Futterhäuschen, im Garten, auf dem Balkon oder im Park auch in Südost-Niedersachsen zu zählen und zu melden.

Die NABU Kreisgruppe Goslar lädt am Sonntag, den 06. Januar 2019, ab 9:00 Uhr, zu einer Vogelwanderung, rund um den Goslarer Zwinger, ein.

HINTERGRUND

 

Vom 4. bis 6. Januar 2019 findet zum neunten Mal die bundesweite „Stunde der Wintervögel“ statt: Der Naturschutzbund Deutschland NABU ruft Naturfreunde auf, eine Stunde lang die Vögel am Futterhäuschen, im Garten, auf dem Balkon oder im Park zu zählen und zu melden. Im Mittelpunkt der Aktion stehen vertraute und oft weit verbreitete Vogelarten des Siedlungsraums, wie Meisen, Finken, Rotkehlchen und Spatzen.

 

Die „Stunde der Wintervögel“ ist die größte wissenschaftliche Mitmach-Aktion Deutschlands, bei der möglichst viele Menschen gemeinsam große Datenmengen sammeln und so wichtige Hinweise zur Entwicklung der heimischen Vogelbestände geben. Die Langzeitstudie liefert Naturschützern eine Fülle wertvoller Informationen zum Schutz der Artenvielfalt. 2018 beteiligten sich an der Aktion mehr als 136.000 Vogelfreunde.

 

Quelle:

NABU-Regionalgeschäftsstelle Südost-Niedersachsen

Marlies Gräwe

Kurt-Schumacher-Ring 4, 38228 Salzgitter

Telefon: 05341-9027716

E-Mail: Marlies.Graewe@NABU-niedersachsen.de

www.NABU-suedostniedersachsen.de

Redaktion: Marlies Gräwe

 

Fotos:

Pressefotos Nabu

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NABU: Jungvögel am Boden sind nicht in Not

Buchfinkenküken © NABU/Julia Dräger
Buchfinkenküken © NABU/Julia Dräger

Vermeintlich hilflose Vogelkinder bitte nicht aufnehmen

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Leiferde, Hannover 

Der NABU Niedersachsen appelliert an die Bevölkerung, vermeintlich hilflose Vogelkinder in der freien Natur zu belassen. Nur ganz selten handelt es sich bei gefundenen Jungvögeln am Boden um verlassene, verletzte oder geschwächte Tiere, die Hilfe benötigen.

Manche Vogelarten verlassen das Nest bereits, bevor sie fliegen können“, erklärt Bärbel Rogoschik, Leiterin des NABU-Artenschutzzentrum Leiferde. „Dazu zählen nicht nur typische Nestflüchter wie Enten, Fasane oder Kiebitze, sondern auch einige Singvogelarten.“

Im Stadtbereich handelt es sich zumeist um die bräunlich gefleckten Jungamseln oder auch Buchfinkenküken, die etwa eine Woche vor dem Flüggewerden der drangvollen Enge des Nestes entflohen sind.

Buchfinkenküken © NABU/Julia Dräger

Junge Kohlmeise © Natur- und Umwelthilfe Goslar e. V./R.Schulz


 

Wer aufmerksam beobachtet, wird feststellen, dass diese unbeholfen herumflatternden Federknäule mit ihrem noch viel zu kurzen Schwänzchen durchaus nicht verlassen sind, sondern auch weiterhin von ihren Eltern betreut und gefüttert werden“, sagt die Vogelexpertin. Damit sie nicht verloren gehen, lassen die Jungvögel fast unablässig sogenannte "Standortlaute" hören.

Besonders an Wochenenden und Feiertagen werden viele Jungvögel nach in das NABU-Artenschutzzentrum nach Leiferde gebracht. Doch in über 80 Prozent der Fälle handelt es sich bei diesen Tieren nicht um verlassene Jungtiere. „Noch nackte Jungvögel sollten möglichst vorsichtig ins Nest zurückgesetzt werden“, erklärt Rogoschik. „Im Gegensatz zu Säugetieren haben Vögel einen schlechteren Geruchsinn und stören sich nicht am menschlichen Geruch, so dass die Jungvögel auch nach dem Umsetzen noch von den Eltern wieder angenommen und versorgt werden. Junge Vögel, die mit nach Hause genommen werden, haben deutlich schlechtere Überlebenschancen als in der Natur!“

Daher empfiehlt Rogoschik nur in absoluten Ausnahmefällen, echte Waisen in das NABU-Artenschutzzentrum nach Leiferde oder in andere anerkannte Vogelpflegestationen zu bringen.

 

Falsch verstandene Tierliebe

 

„In manchen Fällen muss man die Tiere tatsächlich vor den vermeintlich helfenden Menschen retten", betont die Leiterin des Artenschutzzentrums. „Denn manchmal verschlechtert die "erste Hilfe" der Menschen den Zustand der Jungvögel. So kann beispielsweise eine falsche Ernährung zum Tod der kleinen Piepmätze führen.“ Auf Grund der intensiven Pflege der vorhandenen Tiere im NABU-Artenschutzzentrum kann das Team rund um Bärbel Rogoschik die Tiere nicht vor Ort abholen. Bei tatsächlichen tierischen Notfällen ist es daher wichtig, dass die Menschen die Tiere persönlich nach Leiferde bringen. „Wir haben in Leiferde selbst einfach zu viel mit der Fütterung und Versorgung der Tiere zu tun“, erläutert Rogoschik. „Auch wenn wir in Leiferde eine sachkundige Pflege gewährleisten können, müssen wir immer wieder darauf hinweisen, dass gemäß Bundesnaturschutzgesetz Jungvögel nur dann vorübergehend aufgenommen werden dürfen, wenn sie verletzt, krank oder tatsächlich hilflos sind. Wir sind da im NABU-Artenschutzzentrum wie ein Waisenhaus. Bei allem Engagement können wir die elterliche Fürsorge in der Naturaufzucht niemals ersetzen. Eine Handaufzucht von Jungtieren ist immer nur die zweitbeste Lösung! So bedarf eine Versorgung von Jungvögeln viel Arbeit und 48 Fütterungen täglich!“

Die beste Hilfe für alle Tierkinder ist immer noch ein naturnahes Umfeld, in dem sie auch bei ihren ersten Ausflügen ausreichend Schutz finden. Wer Bärbel Rogoschik und ihr Team bei der Arbeit mit den Pfleglingen unterstützen möchte, dem sei eine Tierpatenschaft ans Herz gelegt. Diese kann per Email beantragt werden.

Alle Infos dazu unter:https://www.nabuzentrum-leiferde.de/helfen/.

 

Weitere Tipps gibt auch die NABU-Broschüre „Vögel im Garten“, die gegen sechs Briefmarken zu 70 Cent erhältlich ist:

NABU Niedersachsen

Stichwort „Jungvögel“

Alleestraße 36

30167 Hannover


QUELLE

NABU Niedersachsen – Pressestelle

Ulrich Thüre | Philip Foth

Telefon: 0511-9 11 05-27 | -33

Fax: 0511-9 11 05 40

E-Mail:presse@NABU-niedersachsen.de

Web: www.NABU-niedersachsen.de

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