Spontaner Arbeitseinsatz im Trüllketal

Goslar/Trüllketal - Praktische "Entsorgung" Teil 2

Was blieb uns also übrig, als in einer spontanen, aufwändigen Aktion am zweiten Juliwochenende die beiden Schildkröten einzufangen und auf Kosten des Vereins nach Leiferde zu bringen. Der Fang solcher Tiere ist nicht ganz einfach, insgesamt mehr als sechs Stunden (in brütender Hitze!) waren erforderlich, bis schließlich beide Tiere buchstäblich ins Netz gegangen waren. Offensichtlich wird also nicht nur Plastikmüll entsorgt, das geht auch mit Lebewesen.

Foto: Regine Schulz - Behutsam wird die Schildkröte in die Transportkiste gelegt.

Die Eile war geboten, um größere Schäden abzuwenden. Immerhin ist jetzt die Zeit, in der Kaulquappen und Libellenlarven am stärksten gefährdet sind. Der Transport nach Leiferde, wo man die Tiere dankenswerterweise aufgenommen hat, erfolgte am Sonntagmorgen. (Zur Info: 2017 musste in der Wildtier-Auffangstation ein Aufnahmestopp verfügt werden, weil die Kapazitäten überschritten waren!)

Bilder per Klick vergrößern.

Im Übrigen bleibt zu erwähnen, dass es durchaus empfindliche Konsequenzen geben kann. Die Aussetzung ist eine Ordnungswidrigkeit und kann mit erheblichen Geldbußen geahndet werden.

 

Angesichts dessen und eingedenk der Tatsache, dass es sich hier schon beinahe um ein Massenphänomen handelt, sollte von der Politik erwogen werden, eine Registrierungs- und Kennzeichnungspflicht zu etablieren. Noch besser wäre ein Verbot des Handels.

 

Gerwin Bärecke

 

1. Vorsitzender der Natur- und Umwelthilfe Goslar e. V.

Kommentar schreiben

Kommentare: 0