Selten und sie heißt .......

TRAPEZ-KRABBENSPINNE

Weitere seltene Spinne in Goslars Umgebung gefunden

Nicht zum ersten Mal können wir über den Fund einer seltenen Spinnenart im Raum Goslar berichten. Da gab es schon einige Highlights wie z. B. Die Flussuferwolfspinne (Arctosa cinerea), die in Niedersachsen als ausgestorben galt, oder die Streifbeinige Tarantel (Alopecosa striatipes), deren Vorkommen in der Okeraue nach wie vor als nördlichster Fund in Deutschland gilt. Nun ist eine weitere Art entdeckt worden, die in Niedersachsen bisher nur zweimal gefunden wurde, und zwar Anfang der 1950er Jahre und in den frühen 1990er Jahren, beide im Raum Göttingen.

 

Sie heißt „Trapez-Krabbenspinne“ und sieht auch genau so aus. Die Pistius truncatus, wie sie von der Wissenschaft genannt wird, hat in der Tat von oben betrachtet einen trapezförmigen Hinterleib. Das Männchen ist zwischen 4 und 5 mm groß, während das Weibchen durchaus bis 9 mm erreichen kann – damit gehören sie zu den kleinen Krabbenspinnen. Auffälliges Merkmal ist die unterschiedliche Färbung der vorderen (braun) und hinteren (gelb) Beinpaare. Der Fundort liegt im Waldgebiet um die Morgensternteiche nördlich von Goslar-Hahndorf.

Trapez-Krabbenspinne - Foto: Gerwin Bärecke
Trapez-Krabbenspinne - Foto: Gerwin Bärecke

Die Spinne steht für Niedersachsen als „gefährdet“ in der Roten Liste. Das kann in diesem Fall zwar an der Seltenheit liegen, andererseits ist es aber auch möglich, dass die Spinne doch häufiger ist als angenommen. Das hängt mit ihrer Lebensweise zusammen. Sie bevorzugt offensichtlich den Kronenbereich von Laubbäumen, ganz besonders bei Eichen. Es könnte also durchaus sein, dass das Tier deswegen wenig gefunden wird, vor allem angesichts der relativ weiträumigen Verbreitung der Art. Daher ist für die Arachnologische Gesellschaft jeder Fund interessant. Es ist im Übrigen durchaus möglich, dass bei der geringen „Beobachterdichte“ gerade bei Spinnen noch Überraschungen warten. Sie haben leider immer noch einen schlechten Ruf!

 

Quelle: Gerwin Bärecke, Goslar

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