Felssturz am ehem. Kalkofenstollen Grevelberg bei Othfresen

Foto: Siegfried Wielert
Foto: Siegfried Wielert

Felssturz am Mundloch des ehem. Kalkofenstollen Grevelberg und seine Beseitigung

 

Am 30.12.2017 wollte ich die jährlich einmal im Winter fällige Kontrolle des vereinseigenen Fledermauswinterquartiers „ehem. Kalkofenstollen am Grevelberg“, östlich Othfresen zusammen mit meiner Frau durchführen.

Dabei fiel uns schon am Tor der dort dem Stollenmundloch vorgelagerten Hundesportanlage auf, das etwas nicht stimmt, siehe Foto.

Blick vom Zauntor zum Mundloch; Aufnahme: S. Wielert, 30.12.2017.
Blick vom Zauntor zum Mundloch; Aufnahme: S. Wielert, 30.12.2017.

Bei näherer Betrachtung stellte sich dann die Situation wie folgt dar:
Das Mundloch ist fast vollständig zugefallen durch einen „Bergsturz“ von erheblichem Umfang von links und oberhalb des Mundloches.


Die erst im Jahr 2016 sanierte Verschlußmauer samt komplett erneuerter Gittertür aus Edelstahl (Finanzierung durch die UNB des Landkreises) sind noch intakt, soweit dieser Bereich hinter dem Gesteinsberg einsehbar ist.
Eine Befahrung und Kontrolle des Objektes war so nicht möglich, da nur noch die beiden obersten Gitterstäbe der Tür aus dem Schuttberg heraus ragen, siehe Fotos (per Klick vergrößern).

Der Grund fur den Felssturz durfte in dem sehr regenreichen Verlauf des Jahres 2017 im Zusammenhang mit dem starken Frosteinbruch Anfang Dezember zu suchen sein. Die dort vor Ort anstehenden, mit ca. 50° nach SO einfallenden Plänerkalke der Oberkreide weisen div. Zwischenlagen aus ton- oder lehmführenden Mergeln auf. Eine dieser Mergellagen ist auf dem  Foto (rechts) eindeutig als dunkle Schicht zu sehen und mittels Pfeil kenntlich gemacht. Auf dieser Mergellage ist der gesamte, darüber liegende Felsbereich durch den außergewöhnlich starken Wasserzutritt in 2017 ins Rutschen geraten und hat damit den Felssturz ausgelöst.

Da der Zustand des Mundloches vor dem Felssturz seit mind. 1989 unverändert geblieben ist (bis auf wenige Steinbröckchen, welche durch Frostsprengung im Winter gelöst wurden), ist auch in Zukunft von einem weitgehend stabilen Zustand auszugehen. Vermutlich ist jetzt erstmal alles an losem Material heruntergekommen, was kommen konnte.


Anläßlich einer kurz danach erfolgten Ortsbegehung durch Gerhard Haase und Dr. Friedhart Knolle, welcher Geologe ist, wurde diese Einschätzung der geologischen Abläufe bestätigt.

Dazu ein Filmbericht von Uwe Bärecke, TV 38.

Gleichzeitig wurde der von mir schon am 30.12. gemachte Vorschlag, den Verbruchberg mittels Baggereinsatz zu beseitigen, ebenfalls empfohlen. Nach Ende des Winters wurde der entsprechende Vorstandsbeschluß zum Beräumen mittels Bagger unter der organisatorischen Leitung von Hubert Spaniol umgesetzt.


Als erster Schritt dazu wurde zu Anfang des Jahres der Bereich zwischen dem Zauntor und dem Mundloch von Vereinsmitglied Uwe Möker von Buschwerk und überstehenden Ästen befreit. Dies diente ausschließlich der Schaffung einer ausreichend breiten Zufahrtsmöglichkeit für den folgenden Baggereinsatz.

 

Am Samstag, den 24.3.2018 räumten rd. 10 Vereinsmitglieder bei einem vierstündigen Arbeitseinsatz vom unmittelbaren Gelände am Felssturz rd. 14 qm Holzabfälle und sonstigen Unrat zur Entsorgung in einen Container. Ein gemeinsames Frühstück als Dank an alle Helferinnen und Helfer schloss sich an.

 

Der Baggereinsatz selbst erfolgte dann nach nochmaliger, witterungsbedingter Verschiebung am Montag, den 9.4.2018. Neben dem Baggerfahrer von Fa. Friehe waren dabei unterstützend und dokumentierend Hubert Spaniol und der Autor anwesend. Der Baggereinsatz dauerte vor Ort von 8.30 bis 13 Uhr. Er war sehr erfolgreich und ging, auch dank des sehr sachkundigen Baggerfahrers relativ schnell über die Bühne mit sehr gutem Ergebnis:


Der Zugang zum Mundloch ist wieder komplett frei gelegt. Der erst im Jahr 2016 mit kompletter Finanzierung durch den Landkreis erneuerte Verschluß (neue Gittertür) samt Schild ist heile geblieben und voll funktionstüchtig. Eine kurze Wartung und Funktionsprüfung ist erfolgt.

Das Material des Felssturzes ist vor Ort auf den östlich des Mundloches liegenden Felshang umgelagert worden.
Ebenso erfolgte eine kurze Kontrollbefahrung des Stollens. Dort ist auch alles in Ordnung.
Siehe hierzu die nachstehneden Bilder.


Mein ausdrücklicher Dank gilt allen in irgendeiner Form an der Durchführung beteiligten Personen sowie dem Landkreis, der m.W. die Kosten für den Baggereinsatz übernommen hat.


Die Fledermäuse können also im nächsten Winter wieder ungestört dort hibernieren.

Bilder bitte per Klick vergrößern!

Quelle: Fledermausschutzbeauftragter des LK, Siegfried Wielert, Mai 2018

 

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