Herzenssache Goslar: Der personifizierte Naturschutz in Goslar - Volker Schadach

„Und wenn ich wüsste, dass morgen die Welt in tausend Stücke zerbräche, ich würde heute noch einen Baum pflanzen.“ Es bedarf nicht erst eines solchen Szenarios, das seinerzeit Martin Luther heraufbeschworen hat, um einen Volker Schadach dazu zu bewegen, der Natur Gutes zu tun.

 

Volker Schadach hat sich in besonderem Maße für den Natur- und Umweltschutz verdient gemacht hat und betrachtet die Erhaltung und den Schutz der Natur als seine Lebensaufgabe.

Folgerichtig wurde vor drei Jahren Herrn Volker Schadach das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen. Dies durfte ich im Auftrag des Bundespräsidenten vornehmen. Ich erinnere mich gerne an die feierliche Veranstaltung im Großen Heiligen Kreuz.
Ein Leben für den Naturschutz – so pathetisch dieser Satz vielleicht klingen mag, so schlicht und einfach zutreffend ist er bei Volker Schadach. Bereits als Schüler an der Goslarer Knabenmittelschule war sein Hobby die Naturfotografie, seine spätere Leidenschaft. Nach Absolvierung der Gehilfenprüfung als Reproduktionsfotograf und einem Studium als Fototechniker legt Volker Schadach 1966 als damals jüngster Fotografenmeister Niedersachsens seine Meisterprüfung ab. 1967 macht er sich mit seinem Fachwissen selbständig und beginnt mit dem Aufbau des Fotostudios Volker Schadach in Goslar.

Aufgrund seiner Naturverbundenheit erkennt er schnell, dass zum Schutz der heimischen Tier- und Pflanzenwelt bislang nur geringe Initiativen von außen erbracht werden. Und nach dem Motto „Nichts passiert, außer man tut es“ hat er nicht lamentiert, sondern ist Mitte der 1970er Jahre sehr schnell selbst aktiv geworden. So wurde 1984 aufgrund seiner Initiative innerhalb der BUND-Kreisgruppe Goslar die AG Biotop- und Artenschutz gegründet.

Hier war Volker Schadach der Motor in der praktischen Naturschutzarbeit, der auch alle Möglichkeiten der Aufklärung in der Öffentlichkeit ausschöpfte. Um den Naturschutzgedanken unabhängig und wesentlich effizienter voranzubringen, gründete er 1987 mit Gleichgesinnten den Verein „Natur- und Umwelthilfe Goslar e.V.“, dessen Vorsitzender er 30 Jahre lang war. Heute ist der Vorsitzende mein Verwaltungskollege & Chef der Liegenschaften, Herr Haase.

Die Liste der seitdem auf größtenteils seine Initiative hin erfolgreich umgesetzten Projekte ist lang und die Ergebnisse der Arbeiten sind im ganzen Landkreis sichtbar: Ob die Renaturierung der Flachsrotten bei Immenrode, die Gestaltung des Biotops am Krähenholz im Okertal, das Quellwiesenbiotop Reinbach (da war ich mit ihm am verga-gen Dienstag), das untere Trüllketal , die Innersteflussaue, der Erhalt seltener Flechtenvorkommen am Rammelsberg, die Anpflanzung von Streuobstwiesen oder Amphibienschutzmaßnahmen. Und dank Volker Schadach findet sich heute das Breitblätt-rige Knabenkraut, die Sibirische Schwertlilie, die Hohe Schlüsselblume oder die Südliche Binsenjungfer bei uns.
 Eine wichtige Leistung in einer Zeit, in der jährlich mehrere Tausend Tier- und Pflanzenarten für immer von der Erde verschwinden. Jede einzelne Art ist für das Gesamtgefüge der Natur von ungeheurer Bedeutung. Schwerpunkt der Aktivitäten in den letzten Jahren ist die Sicherung der schützenswerten Kalkhalbtrockenrasenflächen im Bereich des Salzgitterschen Höhenzuges. Dort ist bei Othfresen und Heißum mittlerweile ein 32 Hektar großes einzigartiges Biotop-Verbundsystem entstanden - die größte zusammenhängende Kalkmagerrasenfläche in ganz Niedersachsen.
Ein Teil davon, die sogenannte Gipskuhle, war eines Ihrer ersten Projekte. Sie ist heute ein bedeutsames Kleinod für Naturfreunde aus nah und fern und man fühlt sich dort „wie in einer anderen Welt“. Mit „seinem“ Verein hat Volker Schadach mittlerweile über 65 Hektar hochschützenswerte Land- und Wasserflächen erworben. „Naturschutz ohne Zaun“ – dieser Ausspruch des Naturfotografen Wolfgang Bechtle ist auch sein Motto und das trägt zu dem großen Erfolg seiner Arbeit bei.

 

 

 

 

 

 

Er war und ist bestrebt, Naturschutz mit und für die Menschen zu machen. Es gibt keine eingezäunten Areale, die Natur ist erlebbar. Unermüdlich im Einsatz für die Gemeinschaft. Einfallsreichtum, Idealismus und Organisationstalent – das sind die Attribute, die den ungewöhnlichen Naturschützer Volker Schadach auszeichnen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Und ich freue mich darauf, mit ihm mal wieder ein Bier zu trinken und eine Zigarre zu rauchen:

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