Projekt Trüllketal II - Platz für Frosch & Co.!

Ein neues Paradies für Frosch & Co.
Ein neues Paradies für Frosch & Co.

Goslar. Nachdem im Jahr 2013 von der Natur- und Umwelthilfe Goslar e. V. ein Platz für Blumen und Co. geschaffen wurde, konnte dieser Platz nun im Rahmen des Projektes Trüllke II auch auf Amphibien ausgedehnt werden. Frösche, Kröten und Molche haben im nächsten Jahr Gelegenheit, ein frisch renaturiertes Areal zu beziehen. Anfang 2013 erwarb der Verein die Grundstücke unterhalb der Steinbergalm. In einem ersten großen Arbeitseinsatz wurden seinerzeit Flächen von Gehölzen befreit, die in 50 Jahren ohne Pflege weite Flächen erobert hatten. Das war die Vorbereitung für die Rückkehr der Blumenwiesen.

Verbuschte Uferbereiche
Verbuschte Uferbereiche

Vom 09. bis zum 18. Oktober diesen Jahres konnte nun auch ein Refugium für unsere Amphibien wieder so hergerichtet werden, dass Frosch & Co. im nächsten Jahr wahrscheinlich mit einem Lächeln im Gesicht ihre neue Heimstatt beziehen werden. Der Arbeitseinsatz betraf die beiden früher zur Forellenaufzucht genutzten Teiche, die durch den mittlerweile an der Südseite entstandenen Baumbewuchs buchstäblich auf der Schattenseite des Lebens lagen. Dieser Umstand führte dazu, dass immer weniger Amphibien die Teiche für die Fortpflanzung nutzten. Das ist insofern besonders misslich, als die beiden Kleingewässer eine geradezu ideale Lage haben. Vergleichbar mit dem ebenfalls von der Natur-und Umwelthilfe Goslar e. V. erworbenen und renaturierten Reinbachbiotop am Nordberg, liegen die Teiche weitab von Straßen, so dass die Amphibien auf dem Weg zum Laichgewässer nicht überfahren werden können. Natürlich erübrigt sich damit auch der Bau von Krötenzäunen und das wochenlange kontrollieren der Fangeimer.

Nachhaltigkeit ist somit das Stichwort für den Arbeitseinsatz der Naturschützer. Die Erfahrungen aus der Vergangenheit hatten gezeigt, dass es auch hier nicht ohne den Einsatz von Großgeräten wie Kettenbagger und Traktor gehen würde. Kettensäge und Axt waren noch die kleinsten Arbeitsgeräte, die die 16 Aktiven benutzten. Die Bäume mussten gefällt, entastet und zum Sammelplatz transportiert werden. Der Bagger entfernte den Großteil der Stuken und fällte gleichzeitig die Bäume, die unmittelbar am Teichufer standen. Die Aufgabe kam dem Bagger zu, weil beim Fällen mit der Kettensäge viele Bäume im Teich gelandet wären.

Wiedereinmal hatten die Naturschützer mit widrigen Wetterbedingungen zu kämpfen, von Kälte, Nebel und Regen bis hin zu einem überraschenden, glücklicherweise sehr kurzen, Wintereinbruch. Trotz aller Unbilden konnten die Arbeiten aber am 17. Oktober mit der Wildblumeneinsaat auf den bearbeiteten Flächen weitgehend abgeschlossen werden. Das war jedoch lediglich die Pflicht, die Kür, sprich die Feinarbeit, ist noch nicht fertig und wird sich noch bis in den November hinziehen.

Danach bleibt abzuwarten, wie die jetzt in der Tat noch ziemlich wüst aussehenden Flächen im Frühjahr aussehen werden. Das Projekt Reinbachbiotop hat gezeigt, dass schon im ersten Jahr nach der Renaturierung mit einem beeindruckenden Bild zu rechnen ist. Die Wanderer jedenfalls, die während der Arbeiten dort vorbeigingen, waren durchweg erfreut und sehr positiv gestimmt.

Die Natur- und Umwelthilfe Goslar e. V. dankt ganz besonders den ehrenamtlichen Helfern vor Ort,  ohne die es nicht funktioniert hätte. Der Dank gilt aber ebenso der Bürgerstiftung Goslar, Bingo-Lotto und einer privaten Spenderin, die das Projekt finanziell unterstützt haben. Danke auch an alle noch einmal von Frosch & Co. Für die schöne und sichere neue Heimstatt!

Bild: Vereinsmitglieder aus Berlin und Stuttgart sind gekommen, um bei den Arbeiten zu helfen.

Quelle: Eigenbericht, Gerwin Bärecke, Goslar

Fotos:   Volker Schadach und Regine Schulz, Goslar

Unsere Förderer:



Video:

Und hier alles im bewegten Bild!

Bericht: Gerwin Bärecke

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