Fliegende Edelsteine brauchen Ihre Hilfe!

"Hört mal her!!!"
"Hört mal her!!!"

Niemand, der ihn je gesehen hat, wird bestreiten, dass der Eisvogel zu den schönsten und eindrucksvollsten Vögeln unserer heimischen Vogelwelt gehört. Seine leuchtend rote Brust, die stahlblauen Flügel, der kräftige Schnabel und der leuchtende hellblaue Streifen auf dem Rücken sind so markant, dass ein Dichter ihn sogar als „Fliegenden Edelstein“ bezeichnete. Er wirkt so exotisch, dass man zunächst bezweifelt, ob er überhaupt zu unserer heimischen Vogelwelt gehört. Tatsächlich ist er der einzige Vertreter der Familie der Kingfisher, der Königsfischer, in Mitteleuropa. Seine Verwandten leben ausschließlich in wärmeren Gefilden.

"Hier fühle ich mich wohl!"
"Hier fühle ich mich wohl!"

Auch sein Name ist schon irreführend, denn mit „Eis“ hat er überhaupt nichts zu tun, das ist sogar sein schlimmster Feind. Eisvogel heißt er vielmehr nach dem alten Wort für Eisen, nämlich „Isen“. Seine stahlblauen Rücken- und Flügelfedern erinnern mit ihrem Schimmer an das Metall und gaben ihm den Namen, der sich im Laufe der Zeit zu „Eisvogel“ abschliff. Die Familie gehört übrigens zur Ordnung der Rackenvögel, die z. B. mit Wiedehopf, Bienenfresser und Blauracke noch weitere farbenprächtige und eindrucksvolle Vertreter stellt.

So exotisch wie sein Erscheinungsbild ist auch seine Lebensweise. Er nistet in einer selbst gegrabenen, meterlangen Röhre in der Erde, seine Nahrung besteht aus Fischen, die er im Tauchstoß von einer Warte aus erbeutet. Es sind allerdings auch schon Eisvögel beobachtet worden, wie sie die Larven von Libellen und Gelbrandkäfern oder auch Kaulquappen erbeutet haben.

Seine Jungen sitzen am Ende der Brutröhre in einem kleinen Kessel; wie in einem Karussell rücken sie immer ein Stück weiter, damit jedes einmal an der Öffnung sitzt und einen Fisch bekommt. Ihre Verdauungsprodukte schicken sie in die Röhre, die etwas Gefälle hat und so zur Entsorgung beiträgt. Das zeitigt merkwürdige Folgen: Zum einen findet man Eisvogelbrutröhren mit der Nase, zum anderen müssen die Altvögel nach jeder Fütterung ihr Gefieder sorgfältig reinigen. Die unverdaulichen Bestandteile der Nahrung wie Gräten und Knorpel werden übrigens, wie bei Greifvögeln und Eulen, als eine Art „Gewölle“ wieder ausgewürgt.

Eisvögel sind unverträglich. Einzig zur Brutzeit arbeiten die Partner zusammen, manchmal bei bis zu drei Bruten im Jahr. Die flüggen und selbständigen Jungvögel werden schon nach wenigen Tagen energisch aus dem Revier vertrieben und müssen für sich selbst sorgen. Nach Abschluss der Brutsaison im Herbst verbringen die Vögel ihre Zeit damit, gegen ihre Nachbarn zu kämpfen und sie aus dem eigenen Revier fernzuhalten.

Die Lebensweise und vor allem die hohe Nahrungsspezialisierung haben allerdings auch Nachteile für die Art. Die Regulierung von Flüssen und Bächen verhindert Hochwässer, die früher regelmäßig für frisch abgebrochene Steilufer sorgten. Neben vielen anderen negativen Folgen führt dieser Verlust der Dynamik damit indirekt zur Existenzbedrohung für den Eisvogel. Aber auch direkte menschliche Eingriffe spielen eine Rolle. So werden noch heute wider besseres Wissen Steilufer (z. B. an Kiesteichen) abgeflacht, das nimmt auch die alternativen Brutmöglichkeiten. Gewässerverschmutzung und -denaturierung verringern zudem das Nahrungsangebot. Weichen die Vögel auf Fischaufzuchtteiche aus, werden sie von Netzen abgehalten. Etwa 80 % der Jungvögel überlebt das erste Jahr nicht, und auch die Altvögel weisen eine hohe Sterblichkeit auf. Das alles sind Faktoren, die die Spezies in ihrer Existenz bedrohen. Der Hauptfeind des Eisvogels aber ist ein harter Winter. So ist Anfang der sechziger Jahre des letzten Jahrhunderts in einem extrem harten Winter der Eisvogelbestand bei uns zu fast 98 % vernichtet worden. Zwanzig Jahre dauerte es, bis sich die Art davon erholt hatte. Seinerzeit waren sogar die Fließgewässer zugefroren, so dass der Fischspezialist schlicht und einfach verhungern musste.

"Wir möchten uns hier weiterhin vermehren!!"
"Wir möchten uns hier weiterhin vermehren!!"

Zum Glück gibt es Vereine wie die Natur- und Umwelthilfe Goslar e. V., die dem fliegenden Edelstein auf vereinseigenen Grundstücken zumindest eine Brutmöglichkeit bieten, z. B. an der Innerste im Kreis Goslar. Die nutzt der standorttreue Geselle auch seit vielen Jahren. Nun ist allerdings diese Steilwand mittlerweile einsturzgefährdet; dort muss etwas getan werden, was aber nur unter hohen Kosten möglich ist. Aus diesem Grund ruft Volker Schadach, Vorsitzender des Vereins, zu einer Hilfsaktion auf.

 

Bitte spenden Sie unter dem Stichwort „Eisvogel“ auf das

Vereinskonto (Stadtsparkasse Goslar/Harz,

IBAN: DE36 2685 0001 0000 0000 42,

BIC: NOLADE21GSL),

damit der Eisvogel auch in Zukunft seinen scharfen Pfiff an der Innerste ertönen lassen kann.

Helfen Sie mit, ihm eine nachhaltige Heimstatt zu sichern.

 

Oder spenden Sie über PayPal.

Der Verein ist unter der Nummer VR 110 374 in das Vereinsregister des Amtsgerichts Braunschweig eingetragen. Gemeinnützig anerkannter Naturschutzverein im Landkreis Goslar. Der Verein ist als besonders förderungswürdig anerkannt und ist berechtigt, sowohl für Spenden, als auch Mitgliedsbeiträge Zuwendungsbestätigungen (gem. § 52, Abs. 2, Nr. 8 AO) auszustellen.

Quelle: Eigenbericht, Gerwin Bärecke

Fotos: Engler Naturfotografie

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Kommentare: 2
  • #1

    Regine Schulz (Samstag, 27 Juni 2015 21:41)

    Liebe Naturfreunde,
    unser Beitrag ist keine 24 Stunden online, schon kommt eine Spende per PayPal.
    Da freuen wir uns (der Verein) und die Eisvögel und sagen schon mal dem ersten Spender: DANKESCHÖN!!!

    Viele Grüße
    Regine Schulz

  • #2

    Oli (Freitag, 06 Mai 2016 18:54)

    Ich hatte heute das Glück zwischen Hildesheim und Giesen einen Eisvogel sehen zu können :)
    Danke für den schönen Artikel