Glückliche Grasfrösche

Grasfrosch: Alles meine Eier!
Grasfrosch: Alles meine Eier!

Großer Erfolg der Natur- und Umwelthilfe Goslar e. V.

Goslar. Einer der Mitbewohner auf unserem Planeten hat ein Problem: der Grasfrosch. Eigentlich war er immer ein Allerweltstier, im Frühjahr zur Paarungszeit in fast jedem Tümpel anzutreffen. In den letzten Jahrzehnten allerdings ist ein starker Rückgang zu verzeichnen; am Nordharzrand ist der Grasfrosch in den letzten vier, fünf Jahren erschreckend selten geworden. Um so überraschender ist die Beobachtung, die die Naturschützer von der Natur- und Umwelthilfe Goslar e. V. in den letzten Tagen machten. Im vom Verein renaturierten Quellwiesenlebensraum am Nordberg (Reinbachbiotop) fanden sie buchstäblich Tausende der glitschigen Nützlichkeiten.

Die von den Naturschützern „renovierten“ Fortpflanzungsrefugien der Frösche in Form der Teiche sagen ihnen wohl derart zu, dass sich die Luxusgewässer sehr schnell in Froschkreisen herumsprachen. Ein solches Gewimmel, Gebrumme und Geknurre hatten Regine Schulz und Volker Schadach bereits seit vielen Jahren nicht mehr gehört und gesehen. Dabei waren die Erwartungen bei der Kontrolle dieses Biotops eher verhalten, denn alle Kontrollen im Vorharz hatten eine mehr als traurige Bilanz erbracht. Um so überraschender war die „Bevölkerungsdichte“ am Nordberg, immerhin deutlich höher gelegen als das Harzvorland.


Und so haben es Regine Schulz und Volker Schadach gesehen und gehört:

Video: Regine Schulz

Experten machen sich bereits seit Jahren Sorgen um die kleinen Hüpfer. Bei den vermuteten Ursachen allerdings gibt es immer noch viele Rätsel. So wird ein Zusammenhang mit Ackerflächen gesehen, die Pflanzenschutzmitteln behandelt wurden; Amphibienhaut ist für solche Gifte durchlässig. Außerdem fressen die Tiere ganz sicher auch vergiftete Insekten.

Eine weitere Ursache könnte in einer Pilzinfektion liegen. Der afrikanische Krallenfrosch, der für Schwangerschaftstests importiert und verwendet wird, hat diesen Pilz mitgebracht; der breitet sich nun auch bei uns aus. Im Gegensatz zu ihrem afrikanischen Verwandten sind unsere Grasfrösche nicht immun gegen den Pilz – sie sterben an der Infektion.

Zwei Ursachen jedoch sind gesichert: Die Vernichtung der Lebensräume (Trockenlegung von Gewässern) und der Straßenverkehr. Die Frösche leben, wie übrigens alle Amphibien, eigentlich im Wald; dort überwintern sie auch. Gewässer suchen sie nur zur Fortpflanzung auf. Unser immer engmaschiger gestricktes Straßennetz sorgt allerdings dafür, dass Lebens- und Fortpflanzungsräume in der Regel durch Straßen getrennt sind. Die Folgen kennt jeder Autofahrer: Warnschilder und Krötenzäune.

Im Reinbachbiotop am Nordberg sind zumindest diese beiden Ursachen ausgeschaltet: keine Straße und keine Ackerfläche zwischen Teich und Wald. Das entspricht auch der Philosophie der Natur- und Umwelthilfe: Wohnraum für Amphibien dort, wo genau diese Voraussetzungen auf Dauer erfüllt sind. Nur so sind die glitschigen Fliegenfänger sinnvoll und vor allem nachhaltig zu schützen. Der Lohn der Mühen: Tausende glücklicher Frösche!

Gerwin Bärecke berichtet:

Quelle: Eigenbericht Gerwin Bärecke

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Kommentare: 1
  • #1

    Uwe Möker (Montag, 30 März 2015 10:37)

    Habe es auch nicht fassen können wieviele da wahren und was für Geräusche die von sich geben.War echt sehr schön zu Sehen das sich die Arbeit und der Schweiss sich gelohnt hat.
    Mein Sohn hat gedacht das Geräusch macht ein Motorrad.Super Sache....