Naturschützer im Härtetest

16. Oktober 2010, Regen, Nebel und Kälte am Nordberg/Reinbach Quellwiesenbiotop.
16. Oktober 2010, Regen, Nebel und Kälte am Nordberg/Reinbach Quellwiesenbiotop.

Erinnern wir uns: Jede Hand wird gebraucht. Das war der Hilferuf für anstehende Renaturierungsarbeiten am 16. Oktober 2010 am Reinbach-Quellwiesenbiotop.

Das Quellwiesenbiotop Reinbach endete im östlichen Bereich in einer hochgradig schützenswerten Sumpfwiese. Illegaler Teichbau zerstörte die Standorte geschützter Orchideenpflanzen. Auf Anordnung der Oberen Wasserbehörde der Bezirksregierung Braunschweig wurde seinerzeit festgelegt, dass die Untere Wasserbehörde in Zusammenarbeit mit der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Goslar hier für einen naturnahen Ausgleich zu sorgen hat. In einer unglücklichen Entscheidung wurde angeordnet, die Erlen anzupflanzen, nicht von Mutter Natur, sondern von einer Gartenbaufirma. In diesem Biotop stand früher kein einziger Baum. Die schnellwüchsigen Erlen haben in drei Jahrzehnten den Rest des Sumpfbiotopes vernichtet. Durch natürliche Aussaat der Bäume ist der angrenzende Restbereich der Quellwiese hochgradig gefährdet. Es ist hier schon „fünf nach zwölf“!


Sieben mit Kettensägen bewaffnete Naturschützer rückten dem im Biotop unerwünschten Gehölzbestand zu Leibe. Die von den Rückepferden antransportierten Stämme wurden gleich zerschnitten und nach Brennholz und Schreddergut getrennt. Es war im Nebel nicht so ganz genau zu erkennen, aber zur Mittagspause war der ganze westliche Erlenbestand weg.

Die große Weide am Zulauf des ersten Teiches musste auch weichen. Eigentlich schade, aber die Beschattung der Sumpfwiese war so gravierend, so dass die dort vorhandenen Pflanzen im Fortbestand bedroht wurden.


Die reichlich aufgeweichten und durchgefrorenen Helfer konnten sich bei einem heißen Kaffee und Imbiss von Naturschützer Peter Kuplich vom Hotel & Restaurant Lydia stärken.

Die Goslarsche Zeitung kam verspätet, doch pünktlich zum Frühstück. Manfred Niepel, Fachdienstleiter Umwelt Landkreis Goslar, erläuterte warum diese Naturschutzarbeiten notwendig sind bzw. nunmehr durchgeführt werden können (der Verein Natur- und Umwelthilfe hat die entsprechenden Flächen gekauft und führt jetzt die Renaturierungsarbeiten durch).


Die Arbeiten werden noch die ganze Woche fortgesetzt. Am 23. Oktober 2010 findet der nächste Arbeitseinsatz statt. Wir hoffen auf besseres Wetter und wieder auf eine rege Beteiligung.

Allen Naturschützern, die mitgewirkt haben, danken wir für ihren tatkräftigen und ausdauernden Einsatz.


Quelle: Eigenbericht

Fotos: Volker Schadach und Gerwin Bärecke




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